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Mit viel Demut in die neue Saison / Vorbereitung mit etlichen Hindernissen

Sport
  • Erstellt: 01.08.2021 / 09:01 Uhr von Christian Reidlingshöfer
Seit sechs Wochen befinden sich die Fußballer des FC Stahl Brandenburg in der Vorbereitung auf die Landesligasaison 2021/22. Offiziell stehen dem Trainerteam um Chefcoach Maik Aumann 25 Feldspieler plus drei Torhüter zur Verfügung. Für eine Amateurmannschaft eine beachtliche Zahl, mit der sich gut trainieren lässt. Im Nicht-Profibereich sind in der Regel nie alle Kräfte bei den Übungseinheiten, gerade in der Urlaubszeit, doch über die Trainingsbeteiligung gab es keine Klagen beim Trainertrio. Nur einmal standen in der Vorwoche nur 15 Kicker zur Verfügung, ansonsten stets um die 20. Dennoch sind die Verantwortlichen alles andere als glücklich über die sechswöchige Vorbereitungszeit.

Sie klagen über eine ungewöhnliche hohe Anzahl an Verletzten, gerade bei den Stammkräften. Die komplette Innenverteidigung fiel aus!

Adrian Jordanov hat es dabei am schwersten erwischt. Gleich im zweiten Trainingsspiel zog er sich einen Kreuzbandriss zu, mit einem Einsatz in der Hinrunde ist nicht zu rechnen. Der zweite Innenverteidiger Maximilian Glomm verpasste die ersten drei Wochen der Vorbereitung aufgrund von Problemen mit der Muskulatur und der Leiste. Bereits am dritten Tag der Vorbereitung kam das Aus für Carl Cammradt, den Fersenprobleme stoppten. Mittelfeldmann Marvin Krause klagte ebenfalls über muskuläre Probleme, stieg erst in der Vorwoche ins Training ein. Und dann traf es noch den „Gewinner der Vorbereitung“, Stürmer Nico Baumann, der sich einen Bänderriss zuzog. Über ihn hatte sich das Trainerteam sehr gefreut, da er seine Fehler aus der Vorsaison weitestgehend abstellte, und sich für kommende Aufgaben nahezu aufdrängte. Zu guter Letzt fehlte noch Nicholas Engel aus persönlichen Gründen in der kompletten Vorbereitungsphase. Die Ausfälle mussten nun die sechs A-Junioren auffangen, die eigentlich peu à peu an den Männerbereich herangeführt werden sollten. Zum Beispiel Justin Inter, der als Innenverteidiger zum Einsatz kommt. Einen guten Eindruck hinterließen auch Sebastian Hoyer und Timm Renner in den elf Testspielen (die Partie gegen den SV Falkensee-Finkenkrug fehlt noch in der Aufzählung), haben gute Aussichten im Spieltagskader zu stehen. Doch dass die jungen Leute, sie könnten noch alle in der U19 antreten, jetzt schon so viel Verantwortung übernehmen müssen gehörte nicht zum Plan des Trainerstabs. In den elf Testpartien konnten sie aufgrund der vielen namhaften Ausfälle niemals ihre Wunschformation auflaufen lassen. Die Bilanz liest sich zwar prima, neun Siege bei jeweils nur einer Niederlage und einem Unentschieden, aber zufrieden waren die Verantwortlichen nur beim 2:2 gegen den Verbandsligisten Dynamo Schwerin sowie beim 6:1-Erfolg über die SG Bornim. Die „nackten Ergebnisse“ konnten die vorhandenen Mängel nicht überdecken.

Im Vergleich zum Vorjahr, als Maik Aumann die 1. Stahl-Männer übernahm, fällt seine Vorbereitungsbilanz düster aus: „Es gab zwar ein paar personelle Wechsel, dennoch haben wir gedacht, wir wären weiter. Es fühlt sich an, als hätten wir in diesem Jahr den kompletten Neustart, als ob wir kaum ein Schritt weiter wären, also noch im Ur-Schleim.“ Deshalb hat das Trainerteam bei den Übungseinheiten in der jüngeren Zeit die Zügel angezogen. Die Spieler haben den Stimmungswechsel gespürt, sind wieder konzentrierter im Training, hören genauer auf die Anweisungen, setzen sie präziser um.

Cheftrainer Aumann treibt die Sorge um, dass der Saisonstart verpasst wird, „wir nicht in den Flow kommen“. So wie im Vorjahr, da standen nach den ersten fünf Pflichtspielen zwei Pokalerfolge - darunter über den höherklassigen FV Preussen Eberswalde - sowie drei Ligasiege zu Buche. Von einer ähnlichen Entwicklung geht er momentan nicht aus: „Es soll niemand denken, dass uns so ein Start gelingt wie in der letzten Saison.“ Da gab es auch nicht solche personellen Probleme in der Vorbereitung, eine echte Stammformation war damals rasch gefunden.

Der Trainerstab wird der Mannschaft alle erdenklichen Hilfen geben, um ihnen das Selbstvertrauen für die sportlichen Aufgaben zu geben. „Das Team ist jung und enorm wissbegierig. Was uns momentan noch fehlt ist ein Wortführer auf dem Platz, wie es zuletzt Daniel Schimpf war. Es fehlt der Leitwolf, der in kritischen Situationen die Anweisungen gibt. Da haben die jungen Spieler noch zu viel Respekt, aber auch bei den Erfahreneren hat sich leider noch niemand gefunden“, so Maik Aumann.

Etwas Sorge bereitet den Verantwortlichen die Auswirkungen eines unglücklichen Saisonstarts. Wie wichtig ein guter Saisonstart ist – in Neudeutsch der sogenannte „Flow“ – zeigte sich im Vorjahr. Da hatten die Quenz-Kicker beim Abbruch der Spielzeit ein gehöriges Wort um den Aufstieg mitzureden.

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