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Weihnachtsmarkt wird abgebaut / Händler mehr enttäuscht als sauer

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 24.11.2021 / 15:01 Uhr von rb
Das war dann wohl der kürzeste Weihnachtsmarkt, den die Havelstadt je erlebt hat. Seit Mittwochvormittag sind die Händler und Schausteller auf dem Brandenburger Weihnachtsmarkt dabei, alles wieder abzubauen. Dass es so schnell geht, hätte keiner von ihnen gedacht. Die Anbieter zeigen sich aber in erster Linie sehr enttäuscht und im Stich gelassen, als sauer. Vor allem darin, dass sie die unzähligen Lebensmittel jetzt entsorgen müssen und nicht wissen, wer ihnen den Ausfall ersetzt. Ein Beispiel: Mit zehn Mitarbeitern steht die Berliner Firma Aydin seit 20 Jahren hier in der Havelstadt auf dem Weihnachtsmarkt. Sie haben in diesem Jahr auch einen neuen Stand gekauft, alles liebevoll und weihnachtlich dekoriert. Das alles ist nach zwei Tagen umsonst und muss weg. 

Wenn sie wenigstens bis zum Wochenende hätten aufhaben können, um die bereits georderte Ware zu verkaufen, wäre es für sie ein Kompromiss gewesen, wie von mehreren Händlern zu hören war. Allein die Aydins haben im Kühlwagen rund 2,5 Tonnen Lebensmittel, die jetzt entsorgt werden müssen.

„Wir sind riesig enttäuscht über diese so kurzfristige Entscheidung, das hätte eher passieren können,“ so Roberto Schmidt, der mit seinen Leuten auch schon viele Jahre Stammanbieter auf dem Markt ist.  Wie die anderen weiß auch er nicht wohin mit der Ware. Hinzu kommt, dass keiner irgendwelche Informationen darüber hat, wie und ob es Hilfen für diese Ausfälle gibt.

Falk Langner ist mit neuen Mitarbeitern auf dem Markt. Sie bieten eine lange Palette: vom Glühwein, über Thüringer Bratwurst bis zum Flammkuchen. „Das hätte man alles eher absehen können, welche Verluste wir am Ende machen, ist noch unabsehbar,“ so der junge Händler. Derweil packt er seine Waren in den Transporter, die Bratwürste, die Brötchen und seine Geräte.

Die meisten Anbieter werkeln an ihren Buden und Fahrgeschäften und sind in sich gekehrt, man sieht ihnen die große Enttäuschung über diese kurzfristige Schließungsanordnung an. Zehn Tage haben sie mühevoll alles aufgebaut und sich gekümmert, damit sie den Brandenburgern einen schönen Weihnachtsmarkt bieten können.

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