Startseite  /  Jobbörse  /  Artikel einsenden  /  Impressum

Logo

Das Double perfekt gemacht / Besser kann eine Saison nicht laufen.

Sport
  • Erstellt: 27.05.2022 / 19:45 Uhr von Christian Reidlingshöfer
Nach der Landesmeisterschaft setzten sich die Fußballerinnen des FC Stahl Brandenburg auch im Landespokalfinale gegen den ärgsten Rivalen SV Grün-Weiß Brieselang durch. Allerdings benötigen sie das volle Programm um sich als Sieger zu küren: Verlängerung und Elfmeterschießen. Taktisch überraschten die Grün-Weißen die Zuschauer. Nach dem entgangenen Landesmeistertitel wurde eine forsch aufspielende Elf erwartet, die sich mit allen Mitteln wenigstens den Pokal sichern wollte, um nicht gänzlich mit leeren Händen dazustehen. Doch die Brieselangerinnen überließen den Stahlspielrinnen das Feld, setzten auf eine Kontertaktik.

Viele Möglichkeiten zum schnellen Umschaltspiel ergaben sich aber nicht. Die Brandenburgerinnen versuchten zwar mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen, sie waren aber in der ersten Hälfte nicht zwingend genug. So fiel die Führung für die Grün-Weißen in der 27. Minute völlig überraschend. Stahl-Torfrau Faye Riedel hechtete nach einem Schuss aus 18 Meter und legte den Ball unglücklich für Franziska Kühn vor, die sich diese Abstauberchance nicht entgehen ließ.

Zur zweiten Hälfte musste Trainer Oliver Gühne umstellen. Annika Wasserroth musste verletzungsbedingt hinaus, dafür kam Cindy Wichmann. Und sie sorgte, wie schon in der Auswärtspartie in Brieselang am 8. Mai, für viel Wirbel auf ihrer Seite. Die Brandenburgerinnen agierten nun wesentlich druckvoller, während die Grün-Weißen kein Jota von ihrer Defensivtaktik abwichen. Da um jeden Ball gekämpft wurde, sahen die Besucher kein Feuerwerk an hochkarätigen Möglichkeiten, der Wille bei den Stahlfrauen war aber unübersehbar. Angefeuert von ihrer Anhängerschaft, wurden alle Kräfte mobilisiert. Anja Seelhoff hatte auch eine gute Gelegenheit, die die Torfrau Anja Hempel aber gerade noch um den Pfosten lenkte.

Trainer Gühne ging volles Risiko, stellte in der Defensive auf eine Dreierkette um, damit der Angriff verstärkt wurde. In der 67. Minute war das Spiel für Fabienne Wendt beendet, die nach einem Schlag auf den Fuß aufhören musste. Für sie kam Stephanie Beltz, die nach acht Jahren Vereinszugehörigkeit zum letzten Mal für den FC Stahl mitwirkte.

Wie in einem Hollywooddrehbuch stand sie sieben Minuten später im Fokus. Wichmann passte aus dem Gewühl heraus auf Beltz ans linke Strafraumeck. Sie ließ mit einer Körpertäuschung ihre Gegenspielerin stehen und jagte das Leder zum 1:1 unter die Latte. Beide Teams wollten bis zum Ende der regulären Spielzeit nicht mehr alles riskieren, so ging es in die Verlängerung. In der gab es rasch Grund zum Jubeln für die zahlreichen Stahlfans, die mit zwei Reisebussen und etlichen Pkws angereist waren. Marlen Wodtke drang über links in den Sechzehner ein, ihr Schuss wurde von einer Verteidigerin mit der Hand geblockt, der Elfmeterpfiff ertönte umgehend. Tanja Lehmann erwies sich erneut als versierte Schützin, brachte ihre Elf mit 2:1 in Führung.

Nun mussten die Grün-Weißen mehr tun, was sie auch taten. Mit den zwei Einwechslungen zu Beginn der zweiten Hälfte der Verlängerung wuchs der Druck, die Stahl-Elf konnte sich kaum noch befreien. Das 2:2 lag in der Luft, doch wie es in der 112. Minute fiel, erschien fraglich. Nach einer scharfen Rechtsflanke bugsierte Maxi Woelke den Ball über die Linie. Die Stahlfrauen reklamierten sofort Handspiel, doch die Schiedsrichterin ließ sich nach Absprache mit ihrer Assistentin nicht von Ihrer Entscheidung abbringen.

Danach tat sich auf dem Feld recht wenig, beide Mannschaften waren an ihre körperlichen Grenzen gegangen. Eine Entscheidung musste jedoch an diesem Tag fallen, und dafür ist das Elfmeterschießen vorgesehen.

Auch stets ein mentales Duell. Doch im Halbfinale gegen den Regionalligisten FSV Babelsberg bewiesen die Brandenburgerinnen schon Nervenstärke. Sie legten vor und Livia Bauer, Lehmann und Nathalie Säger trafen, wie auch die Brieselangerinnen. Dann musste Leah Lange ran und vergab. Da die Grün-Weißen trafen, musste Wodtke als letzte Stahl-Schützin unbedingt treffen, was ihr auch souverän gelang. Nun lag der Matchball bei Brieselang. Madeleine Wojtecki trat an und jagte das Leder an den Querbalken. Weiter ging das Nervenspiel. Beltz traf, aber auch Kühn für die Grün-Weißen und anschließend Jessica Finkbeiner. Riedel, die bislang keine Chance hatte, ahnte nun die Ecke und mit dem gehaltenen Ball gab es kein Halten mehr bei den Stahlfrauen, Trainer Gühne und den blau-weißen Fans. Bis in die frühe Morgenstunde wurde das Double in der Heimat gefeiert. Obwohl im Elfmeterschießen auch immer das Glück Pate steht, den Sieg haben sich die Brandenburgerinnen verdient, da sie über die 120 Minuten mehr für den Erfolg taten. Mit dem Landespokalsieg sind die Stahlfrauen automatisch für die 1. Runde um den DFB-Pokal qualifiziert. Doch damit beschäftigen sie sich erst nach der Sommerpause, die sie in einer Woche beginnen.

Bilder

Dieser Artikel wurde bereits 2.550 mal aufgerufen.

Werbung