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Stahlelf nach 0:2-Rückstand unbeirrt

Sport
  • Erstellt: 17.06.2022 / 10:01 Uhr von Christian Reidlingshöfer
Am Mittwochabend gastierte der Dritte der Landesliga Nord, der FC Stahl Brandenburg, beim Zweiten, dem BSC Fortuna Glienicke. Die Partie wurde auf Wunsch der Brandenburger verschoben, da sie am letzten Wochenende eigentlich für ein Turnier bei Dynamo Schwerin geplant hatten, was jedoch ausfiel. Beide Vereine einigten sich dennoch darauf den Ersatztermin beizubehalten. Bei der Erwärmung verletzte sich Christian Freidank, so dass Erik Sauer als Innenverteidiger aushelfen musste. Neben Justin Inter und Timm Renner, war er damit der dritte U19-Akteur, der in der Startelf stand.

Den besseren Start verzeichneten die Gäste, die frühe Führung war durchaus möglich. Doch einmal zögerte Lukas Hehne zu lang mit seinem Abschluss und bei der anderen Aktion misslang das Zuspiel von Jonas Günther auf Nils Müller.
Wie aus dem Nichts lagen stattdessen die Gastgeber in der 11. Minute mit 1:0 vorn. Justin Hippe, der Top-Stürmer des BSC mit Regionalligaerfahrung, schirmte den Ball gegen drei Gegenspieler ab, fand dennoch seinen Mitspieler Marc Zellner, dessen nicht einmal scharf geschossener Ball gegen die Laufrichtung, an vielen Spielern vorbei, ins lange Eck trudelte.
Nur fünf Minuten später verlor die Stahl-Defensive bei einem Eckball etwas die Orientierung und der hochgewachsene Jamill Mavula erhöhte per Kopf auf 2:0. Auf der Trainerbank des FC Stahl wurden unangenehme Gefühle wach, doch die Trinkpause sorgte für die passende Unterbrechung. Neu eingestimmt vom Trainerteam nahmen die Brandenburger wieder den Faden aus ihrer guten Anfangsphase auf. Um die 30. Minute stand Marvin Krause gleich zweimal im Fokus. Zunächst vergab er eine Riesenchance (29.), doch in der 31. Minute stand er goldrichtig am kurzen Pfosten, drückte die Eingabe von außen über die Torlinie. Dieses Gegentor schmeckte den Glienickern scheinbar gar nicht. Kurz darauf stieg Sebastian Pillon (34.) in Höhe Mittellinie von hinten in die Beine von Krause. Für dieses Foul kassierte er zurecht die Rote Karte, wenngleich seine Teamkollegen inklusive Trainer es anders sahen.

Jetzt wurde die Partie hitziger geführt, vor allem von Seiten der Platzherren. Sie zogen sich nun weitestgehend in ihre Hälfte zurück, lauerten nur noch auf Konter. Gegen einen anderen Gegner hätte die Stahlelf ihre Überzahl deutlicher ausspielen können, doch mit Hippe und Zellner verfügt der BSC über ein Sturmduo, dass auch in höheren Ligen für Furore sorgen würde. In der Kabine mahnte das Trainerteam an, die Ordnung möglichst lang beizubehalten und wenn es bis zur 75. Minute dauert. Seine Spieler sollten nicht ins „offene Messer laufen“, da ein 1:3 nicht aufzuholen wäre. Die Worte wurden beherzigt, und auch ohne „offenes Visier“ kamen die Stahl-Fußballer zu Möglichkeiten über Timm Renner, Adrian Jaskola, Jonas Günther oder Nils Müller. Die einzige gute Möglichkeit der Fortunen im zweiten Durchgang entsprang nach einem Fehler der Brandenburger im Mittelfeld in der 65. Minute. Hippe stürmte nach vorn, fand aber seinen Meister in Schlussmann Moustapha Moussa Nouka.

Ab der 75. Minute stellte das Trainerteam hinten auf eine Dreierkette um, brachten Alexander Tarnow als zusätzlichen zweiten Stürmer und Jeffrey Kniestedt, der schon mehrfach in seiner „Jokerrolle“ glänzte, für Müller und Säger, die viel gelaufen waren.
Für die Schlussphase brachten Sie mit Kevin Peschel und Finn Niklas Spirius, die nächsten beiden A-Junioren, die auch kurz nach ihren Einwechslungen zu Chancen kamen. Die Belohnung für die ganzen Mühen strichen die Gäste zu Beginn der Nachspielzeit ein. Jonas Günther setzte sich auf der Außenbahn gegen zwei Glienicker durch, seinen Rückpass nahm Peschel an und schob überlegt zum 2:2-Ausgleich (90.+1) ein. Damit konnten die Gastgeber gar nicht umgehen. Zunächst sah ein weiterer BSC-Kicker die Rote Karte, was nach Meinung der Stahl-Trainerbank überzogen war. Daraufhin stürmte der Coach Sascha Flemming den Platz, es kam zu Rudelbildungen, aus der heraus Jaskola den Trainer Flemming aus der Schusslinie drängen wollte. Dafür sah er überraschenderweise die zweite Gelbe Karte und wird am Samstag (18. Juni/13 Uhr) im Heimspiel gegen den FC Schwedt 02 fehlen. Das Trainerteam zeigte sich sehr zufrieden: „Wie wir nach dem Rückstand wieder zurückgekommen sind, war aller Ehren wert. Wir mussten in diesem intensiven Spiel mit drei Junioren beginnen, was nicht unser Plan war, später kamen noch zwei weitere hinzu. Da konnte man unsere Zukunft sehen. Wir haben mit fünf Spielern aus unserem Nachwuchs gegen eine Mannschaft gespielt, die mit einigen hochkarätigen Spielern gespickt ist. Und das 2:2 schmeichelt eher dem BSC.“ Mit dem 2:2 in Glienicke hat die Stahlmannschaft aus den letzten drei Begegnungen gegen Kontrahenten aus der Tabellenspitze 7 Punkte geholt. Dies zeigt, dass der Kader intakt ist, die Aussprache vor dem erfolgreichen Pfingstwochenende (5:2 gegen Ahrensfelde/5:0 gegen Alt Ruppin) gefruchtet hat, als die Leistungen zuvor viele Wünsche übrig ließen. Mit einem Heimsieg über Schwedt an diesem Samstag könnten die Stahlspieler das interne Ziel – 3. Platz – vorzeitig erfüllen. Es wäre die bisher beste Platzierung seit dem Abstieg in die Landesliga. Fehlen wird neben den schon erwähnten Adrian Jaskola noch Maximilian Glomm. Dafür rücken Sebastian Hoyer und Nicholas Engel nach, die in Glienicke fehlten.

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