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„Goldener Jahrgang“ beendet seinen Weg durch die Jugendklassen mit dem Titel

Sport
  • Erstellt: 23.06.2022 / 09:01 Uhr von Christian Reidlingshöfer
Kürzlich feierten die A-Junioren des FC Stahl Brandenburg einen überwältigen 9:1-Erfolg beim Oranienburger FC Eintracht und sicherten sich damit den Landesmeistertitel. Die Freude bei den Spielern war genau so groß wie bei Trainer Lars Bauer, der dieses Teams von Beginn an prägte. Er begleitete es durch alle Jahrgangsstufen, angefangen von der F- bis zur A-Jugend. Den gesamten Weg zusammen bestritten drei Kicker: Erik Sauer, Leonard Koppe und Ole Wendt.

Natürlich bekam der Kader über die Jahre ein anderes Gesicht, doch der Kern der jetzigen Meistermannschaft formierte sich ab der D-Jugend in der Saison 2014/15. Dass in der Truppe Großes steckt, bahnte sich früh an, ein erstes Ausrufezeichen setzten sie als C-Junioren in der Spielzeit 17/18. Sie stiegen als Erste von der Landesklasse in die höchste Staffel, die Landesliga, auf. In dieser Saison standen sie auch im Landespokalfinale, doch der FC Energie Cottbus war dann doch eine Nummer zu groß.

In der die durch die Pandemie arg verkürzte Saison 20/21, reichte den Stahl A-Junioren ein zweiter Platz in der Landesliga Nord/West, um in die höchste Spielklasse, die Verbandsliga, aufzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt stand ein Großteil der Mannschaft schon unter Doppelbelastung. Die Qualität der Spieler ist dem Cheftrainer der 1. Männer, Maik Aumann, nicht verborgen geblieben. Er berief sie immer wieder in den Kader des Landesligisten, und dies nicht nur als Bankdrücker, sondern gleich in die Startelf. 

Auch bei den 2. Männer gehörten die Youngster zum festen Inventar. Da den Verantwortlichen jedoch bewusst war, dass dieses Team in ihrem letzten Juniorenjahr antritt, sollte es bei wichtigen Spielen ihre volle Stärke erhalten. Der Saisonstart ging daneben, es gab am ersten Spieltag eine 3:4-Niederlage beim FSV Union Fürstenwalde. „Der gegnerische Trainer ließ seine Truppe hinterher Straftraining machen, weil sie gegen einen angeblich schwachen Gegner, drei Gegentore kassierte“, erinnert sich schmunzelnd Lars Bauer.

Was zu diesem Zeitpunkt keiner ahnte, erst recht nicht der FSV-Coach, es sollte die letzte Pleite gewesen sein. Dies galt für die Hinrunde, in der das 17köpfige Feld noch jeweils gegeneinander antrat, sowie für die Meisterrunde, wo die sieben besten Teams in einer einfachen Runde gegeneinander antraten. Ärgster Konkurrent war der FSV 63 Luckenwalde, der nach der Hinrunde mit 40 Punkten nur einen Zähler weniger aufwies als die Stahl-Fußballer (41). Beide Teams hatten sich in Brandenburg, in einer hektischen Partie, mit einem torlosen Remis getrennt.

Der Weg zur Meisterschaft konnte nur über diese beiden Vertretungen führen. Und im ersten Spiel der Meisterrunde trafen die Bauer-Schützlinge wieder auf Fürstenwalde und erneut reichte es nicht zum Sieg. Lediglich ein 1:1 sprang heraus. Da Luckenwalde knapp, aber mit 4:3, in Oranienburg siegte, lagen sie nun mit einem Punkt (43) vorn. Schon am 2. Spieltag gab es das Spitzenspiel, die FSV-Kicker empfingen den FC Stahl. Obwohl der größere Druck auf ihnen lag, lieferten die Brandenburger ein Top-Partie ab, waren den Luckenwaldern in allen Belangen überlegen und siegten mit 2:0.

Jetzt hatte die Bauer-Truppe wieder alle Trümpfe in der Hand. Würden sie alle restlichen vier Begegnungen siegreich gestalten, stände der Landesmeistertitel fest. Bei nur einem Remis könnte das FSV-Team nach Punkten gleichziehen, hätte aber das bessere Torverhältnis. Doch die Stahlspieler ließen nichts mehr anbrennen. Bis auf das 2:1 am vorletzten Spieltag beim FSV Babelsberg gestalteten sie ihre Partien souverän. Einer der ersten Gratulanten war dann auch der Luckenwalder Trainer, der schon bei seiner Niederlage den Brandenburgern die beste Spielanlage in der Liga assistierte. Doch nicht nur das Fußballerische ließ die Stahl A-Jugend zur besten Mannschaft werden, auch ihr Wille nie aufzustecken und ihre körperliche Robustheit machten sie zur verdienten Nummer 1.

Da sie schon seit Jahren zusammenspielen kennen sie die Laufwege ihrer Mitspieler, und es herrschte „blindes Verständnis“, wie zum Beispiel zwischen Kapitän Timm Renner und Stürmer Kevin Peschel. Die Mannschaft trat stets als Einheit auf, auch neben dem Platz.

Was Trainer Bauer stolz macht, ist dass die Akteure aus dem Meisterteam ihre fußballerischen Grundlagen überwiegend in der „Stahl-Schule“ erhielten, wenn gleich nicht von Beginn an, wie Timm Renner, der seinerseits aus Borkheide dazustieß. Oder Justin Inter, der von Empor Brandenburg wechselte und als schwierig galt. „Als es hieß, er solle zu mir, war meine Begeisterung nicht so groß. Aber der Junge hat sich toll entwickelt, nicht nur als Fußballer, sondern auch als Mensch. Das ist für uns als Verein, genauso wichtig, wie die sportliche Entwicklung“, ergänzt Lars Bauer.

Und dieser „Goldene Jahrgang“ bleibt dem Verein aller Voraussicht nach komplett erhalten. Spieler wie zum Beispiel Inter, Erik Sauer, Sebastian Hoyer oder Renner werden die 1. Männer verstärken, die anderen kämpfen in der 2. Mannschaft in der Kreisoberliga um Punkte.

Durch den Schub aus der Jugend sieht sich der FC Stahl genötigt eine 3. Mannschaft zu melden, damit die gestandenen Kicker ebenfalls noch um Punkte kämpfen können. Dem Ansturm der „jungen Wilden“ hätten sie auf Dauer nicht viel entgegen setzten können. Die Mannschaft der 2. Männer soll nicht, wie in vielen anderen Vereinen ein „Abklingbecken“ für verdiente Fußballveteranen sein, sondern soll sich sportlich weiterentwickeln, um im Notfall, mit annähernd gleichwertigem Ersatz bei den 1. Männer auszuhelfen.

Sollte das Team von Trainer Aumann den erhofften Schritt in höhere Ligen tätigen, soll nach Wunsch von Lars Bauer die Reserve ebenfalls aufsteigen, um die sportlichen Abstände nicht zu groß werden zu lassen. Auch dafür werden die Spieler benötigt, die als verdienter A-Jugend-Landesmeister nun in den Männerbereich wechseln.

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