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Enttäuschendes Unentschieden im Havelstadtderby

Sport
  • Erstellt: 20.09.2022 / 08:01 Uhr von Martin Terstegge
Das hatten sich das Trainerteam, die Mannschaft und Fans der BSG Stahl Brandenburg ganz anders vorgestellt. Im Duell der Havelstädte Brandenburg und Premnitz erkämpften sich die Gäste des TSV Chemie Premnitz ein verdientes 1:1-Unentschieden. Aufgrund der Tabellensituation in der Landesliga Nord – Zweiter gegen Vorletzter – gingen die Brandenburger als Favorit in die Partie, zumal die Premnitzer in ihren bisherigen drei Punktspielen keinen Punkt ergatterten. Und zu Beginn versprachen...

... die Gastgeber ihrer zugewiesenen Rolle auch gerecht zu werden. Mit ihren schnellen Angreifern auf den Außen überrannten sie immer wieder die TSV-Abwehr. In der 7. Minute stieß der aufgerückte Max Bennet Säger in den gegnerischen Strafraum, ließ einen Premnitzer stehen und fiel dann über sein ausgestrecktes Bein. Schiedsrichter Enrico Großimlinghaus zögerte keine Sekunde, deutete sofort auf den Punkt. Stürmer Lukas Hehne schnappte sich den Ball, schoss ihn aber zu schwach in Richtung unteres rechtes Eck. TSV-Torhüter Maximilian Teschner ahnte die Ecke und ließ sich von seinen Teamkollegen feiern.

Nach einer Viertelstunde bekam Hehne die Chance seinen Fehler zu revidieren, lief von halbrechts auf Teschner zu, der erneut Sieger blieb. Wenig später gaben die Gäste ihr erstes „Lebenszeichen“ von sich. Nach einer Ecke kam Lucas Witschel zum Abschluss, doch Stahl-Schlussmann Felix Baitz versteht ebenfalls sein Handwerk. Danach konzentrierte sich das Geschehen wieder vermehrt in der TSV-Hälfte. Nicht jede Angriffsaktion der Platzherren endete auch in einem Abschluss, doch sie ackerten unermüdlich, um endlich in Führung zu gehen. In der 25. Minute setzte Luca Köhn zu einem mächtigen Schuss an, der gerade noch zur Ecke geklärt wurde. Zwei Minuten später dann der schönste Angriffszug der BSG an diesem Tag. Auf der rechten Seite setzte sich Hehne durch, seine weite Flanke kam zu Nicholas Engel, der nahm Maß, doch sein Direktschuss ging circa 30 Zentimeter über den TSV-Kasten. Hätte das Leder eingeschlagen, wäre es ein Treffer aus der Rubrik „Tor des Monats“ geworden. Nach diesem Angriff fiel die Stahl-Offensive in sich zusammen. Die Bälle gingen viel zu schnell verloren, von einem geordneten Spielaufbau war nichts mehr zu sehen. Die Premnitzer merkten, dass es beim Favoriten nicht mehr lief und wurden immer mutiger in Sachen eigener Offensivbemühungen. Beinah hätten sie sich noch im ersten Abschnitt belohnt. In der 45. Minute liefen sie einen mustergültigen Konter über die rechte Seite. Die Flanke kam auf den mitgelaufenen Witschel, der haute das Leder jedoch über den Kasten. Nur 60 Sekunden später bekam Witschel die nächste Gelegenheit, nach einem leichtsinnigen Ballverlust der Gastgeber noch vor der Mittellinie. Mit einem starken Reflex verhinderte Baitz den Rückstand.

Der Halbzeitpfiff kam zur rechten Zeit, die Brandenburger erhielten die Muße sich neu zu sammeln. Doch die klärenden Worte des Trainerteams erreichten nicht den Adressaten. Die Stahl-Spieler fanden auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht ihren Rhythmus, immer wieder versuchten sie es mit Einzelaktionen, die gegen eine stabile Abwehr aber nichts ausrichteten. Und dann bewiesen die Premnitzer nach einer Stunde wie Effizienz geht. Ein Eckball von der rechten Seite wurde nah vor die Torlinie geschlagen, er ging an Freund und Feind vorbei, ebenso an Torhüter Baitz und Riccardo Quast vollendete zur Gästeführung. Das Stahl-Trainerteam reagierte, brachte mit Sebastian Hoyer einen frischen Mann für Luca Köhn, der unter der Woche nicht voll trainieren konnte. Nun wurden die Angriffe wieder etwas gradliniger, wenngleich vieles Stückwerk blieb. Kurz nach seiner Einwechslung hatte Hoyer die große Ausgleichschance. Engel (63.) brachte das Leder in die Mitte zu Hoyer, der das Spielgerät aber nicht voll traf, so dass der Ball zwar in Richtung Torlinie „flatterte“, aber am linken Pfosten vorbei ging. Kurz darauf scheiterte Hehne wieder einmal an Teschner. Doch in der 71. Minute musste er hinter sich greifen. Hoyer wurde auf der linken Seite geschickt, drang in den Sechzehner ein und schloss überlegt zum 1:1 ab. Natürlich setzten die Brandenburger nun alles daran, die drei Punkte im Stadion am Quenz zu behalten, aber es fehlte nach wie vor die Leichtigkeit, die die Elf in den anderen Spielen ausgezeichnet hatte. In der 78. Minute hatten sie sogar großes Glück nicht erneut in Rückstand zu geraten, als nach einem Eckball ein Kopfball haarscharf am rechten Pfosten vorbei rauschte – Baitz wäre ohne Chance gewesen. Auf der Gegenseite hatten aber auch die Platzherren noch zwei Gelegenheiten den Siegtreffer zu erzielen. In der 81. Minute bediente Hoyer seinen Teamkollegen Hehne mit einem perfekten Pass, doch der stoppte den Ball, anstatt direkt zu schießen, so wurde sein Abschluss erfolgreich geblockt. Und kurz vor dem Abpfiff kam es nach einem Eckball zu tumultartigen Szenen im dicht besetzten Chemie-Strafraum. Erst scheiterte der an diesem Tag glücklose Nils Müller an Teschner, der dann beim Nachschuss Lukas Hehnes ebenfalls das Duell für sich entschied. Kurz darauf war Schluss, und die Gäste durften sich über ihren ersten Punkt freuen, den sie sich voll verdient hatten. Für die Stahl-Elf war das 1:1 ärgerlich, da der Mitfavorit aus Glienicke ebenfalls daheim strauchelte, nicht über ein 0:0 gegen Michendorf hinauskam.

Co-Trainer Kevin Stelb wusste unmittelbar nach Spielschluss auch keine Erklärung für den enttäuschenden Auftritt: „Die erste halbe Stunde haben wir noch alles nach Plan gemacht. Sicherlich hätte der verwandelte Elfmeter für mehr Sicherheit gesorgt. Und auch das Fehlen von Jonas Günther machte sich bemerkbar. Seine Ideen auf der „Achter-Position“ haben uns gefehlt. Aber warum wir nicht mehr unsere Aufgaben erfüllt haben, den Ball rasch nach vorn spielen, prallen lassen für den Mitspieler und dadurch Torchancen zu kreieren, weiß ich auch nicht. Ob es noch zu viel Verbundenheit einiger unserer Spieler mit dem ehemaligen Teamkollgen gab?“ Daran lag es sicherlich nicht. Geschenkt wurde den TSV-Kickern nichts, sie mussten sich ihren Punkt hart erarbeiten.

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