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Bürokratie-Irrsinn bremst Kampf gegen Krebs: Klinikum darf keine ambulanten Mammographien mehr anbieten / "Katastrophe für Patientinnen"

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 21.11.2022 / 15:01 Uhr von cg1
In der Sitzung des Berufungsausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) vom letzten Mittwoch ist die Entscheidung gefallen. Das Angebot des Gesundheitszentrums Brandenburg (GZB) die Mammographieversorgung zu übernehmen, wurde abgelehnt. Bedeutet: Seit dem 16. November gibt es keine ambulanten Mammographien mehr in Brandenburg an der Havel. "Alle Bemühungen des Gesundheitszentrum Brandenburg an der Havel und des Universitätsklinikums Brandenburg an der Havel zur Sicherstellung der Versorgung sind damit zunächst gescheitert", teilt das Klinikum mit.  Deren Geschäftsführerin Gabriele Wolter kommentiert die Entscheidung der KVBB so: „Der…

...Berufungsausschuss konnte die Entscheidung zwar mit den gültigen Regularien formal begründen, die Frage, wie der Versorgungsauftrag in Brandenburg an der Havel zukünftig sichergestellt werden kann, bleibt aber unbeantwortet. Kommt die KVBB ihrem Auftrag der ambulanten Patientenversorgung nach oder verhindert diesen sogar? Für die betroffenen Patientinnen ist es jedenfalls eine Katastrophe und vorerst gibt es keine Aussicht auf eine Verbesserung der Versorgungssituation. Unsere Fachärztinnen haben die entsprechende Ausbildung absolviert und dürfen dieses Wissen nun nicht anwenden. Ich frage mich, was tut die KVBB, um Schaden von den Patientinnen abzuwenden?“

Die Versorgungssituation für die rund 3.000 bis 4.000 Patientinnen jährlich verschlechtert sich nun wieder dramatisch. Nach dem seit nicht einmal 4 Wochen wieder Mammographien durchgeführt werden durften, können nun erneut keine Termine mehr vereinbart werden. Patientinnen müssen sich nun um Termine in Potsdam oder Berlin bemühen. Die Fahrzeiten und auch die Wartezeiten, für die häufig dringlichen Untersuchungstermine, erhöhen sich deutlich. Lange Wartezeiten können für betroffenen Patientinnen mit einem Krebsverdacht sogar eine Verschlechterung der Behandlungserfolge bedeuten.

Die Vorgeschichte erläutert Björn Saeger vom Städtischen Klinikum: "Eine langjährige Mammographie-Spezialistin in Brandenburg an der Havel wechselte in den Ruhestand, die nachfolgende Praxis bietet zwar radiologische Untersuchungen an, nicht aber Mammographien. Das Gesundheitszentrum Brandenburg an der Havel bemüht sich seit über einem Jahr um eine Erweiterung der radiologischen Zulassung, um die notwendige Versorgung mit Mammographien dauerhaft sicherstellen zu können."

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