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[SVV] Schulessen auf der Kippe / Stadt schießt 100.000 Euro zu / Update: Lafim übernimmt ab 1. Januar die Versorgung

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 30.11.2022 / 20:30 Uhr von cg1
Weil der Kostendruck auf die Essensanbieter steigt, steht das Schulessen in Brandenburg auf der Kippe - denn auf die jüngste Ausschreibung der Verwaltung hin, hat sich niemand gemeldet, der vom 2. Januar an die Schulkinder versorgen will. “Die Essensanbieter berichten von einem wachsenden Kostendruck, der sie vermehrt aus dem Markt aussteigen lässt”, heißt es in der dazugehörigen Vorlage, die heute die Stadtverordneten auf dem Tisch hatten. Per SVV-Beschluss mussten sie heute 100.000 Euro freigeben, damit zumindest übergangsweise die Versorgung gesichert ist.

Denn: Sowohl die RWS Cateringservice GmbH als auch Menü-Partner haben bereits im Vorfeld gegenüber der Verwaltung abgewunken, die aktuellen Konditionen zumindest für ein halbes Jahr weiter gelten zu lassen. “Das haben beide Unternehmen abgelehnt. Die Eltern sind mittlerweile durch die Unternehmen informiert worden, dass die Verträge mit Wirkung zum 31.12.2022 enden”, heißt es aus dem Rathaus in der Tischvorlage dazu.
Die Lösung: Hinter den Kulissen wurde verhandelt. “Wir haben einen Anbieter, der die Ausgabekräfte stellt und einen Anbieter, der das Essen bereitstellt und ausliefert”, berichtet die Beigeordnete Alexandra Adel. Nötig ist allerdings nun der Zuschuss, damit das Konzept wirtschaftich aufgeht. Es soll sich beim Kochanbieter um die QSG aus Genthin handeln, die Auslieferung übernimmt nach vorliegenden Informationen RWS.
Deutlich ist auch laut der Beigeordneten: Das gewünschte Cook & Freeze-Verfahren ist sehr teuer, abbilden konnten es die angefragten Anbieter nicht. Übrig bleibt dann nur noch das Cook & Hold-Verfahren.
Aufgehoben wurde in dem Zusammenhang auch die Preisobergrenze der Mittagsversorgung.
Durchgefallen ist vorab ein Antrag der Linken. Diese wollten angesichts der dringenden Tischvorlage das Thema vertagen und am 15. Dezember eine Sonder-SVV einberufen. Das hätte allerdings ganz andere Probleme mit sich gebracht - nämlich die Gefahr, dass zwei Wochen vor dem Jahreswechsel keine tragfähige Lösung steht. Das bekräftigte auch Oberbürgermeister Steffen Scheller: Hätten wir heute nicht zugesagt, hätte der maßgebliche Anbieter seine Leute mit vier Wochen Frist zum Jahresende kündigen müssen.
Dass die Vorlage erst heute kommt hat laut Adel damit zu tun, dass erst letzte Woche Mittwoch der verbleibende Interessent, von dem man noch ein Komplettangebot erwartete, absagte und man seither auf der Suche nach einer Lösung war. Neben dem nun ins Auge gefassten Angebot steht laut Scheller noch ein zweiter Anbieter parat, der kurzfristig ein Angebot angekündigt hat, mit diesem wolle man wahrscheinlich morgen sprechen.
Klar ist: Zeitnah in 2023 muss es dann eine neue Ausschreibung geben, denn die Übergangslösung deckt nur einen kurzen Zeitraum ab.
  • Ausgeschrieben ist das Essen für 18 Schulen. Nicht mit dabei ist Schule Nummer 19: die Havelschule. Diese hat eine Kooperation mit Lafim, dort wird die Versorgung sichergestellt.
  • Vor Corona wurden an den 18 Schulen insgesamt rund 1200 Essen pro Tag serviert, aktuell plant das Rathaus mit rund 900 Essen.
  • Dass die Zahl der Essensabnehmer in den Schulen rückläufig ist, liegt laut Steffen Scheller nicht am Preis und nicht am Umfeld. Genauere Erklärungen habe er nicht.
Update 2.12. Nach der SVV gab es noch einmal Veränderungen. Die Verwaltung teilte heute mit: “Nach langen Verhandlungen und vielen Gesprächen mit Anbietern, konnte Fliedners Lafim-Diakonie gGmbH für die Mittagsversorgung als Partner gewonnen werden. Die Essensausgaben in den Schulen werden durch RWS Hauswirtschaftsdienste sichergestellt.”

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