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Einkaufen wie im Tante-Emma-Laden: Willkommen bei "Kamilla & Martha"

Interview
  • Erstellt: 06.02.2024 / 18:01 Uhr von Antonia Wünschmann
Justine Böttger ist das Gesicht des neuen Bioladens “Kamilla & Martha” in der Hauptstraße 43. Seit gut zwei Monaten finden Brandenburger bei ihr ein vielfältiges Sortiment aus Bio-Lebensmitteln, Geschenkartikeln, Naturkosmetikprodukten und anderen Dingen, die das Leben erleichtern oder schön machen. Das Besondere an ihrem Laden ist die angenehme Einkaufsatmosphäre. Wer hereinkommt, der könnte das Gefühl bekommen, in die Vergangenheit zurückzureisen und in einem Tante-Emma-Laden zu stehen. "Tante Emma" steht für Kleinräumigkeit, Nähe, Überschaubarkeit und Nachbarschaft. Bei Justine Böttger bekommt der Kunde genau das. Er trifft auf Freunde und Nachbarn, erhält Beratung und darf auch mal individuelle Wünsche äußern. Für die Kinder gibt es eine Ecke zum Spielen. Meetingpoint-Redakteurin Antonia Wünschmann hat Justine Böttger besucht und mit ihr über das Konzept und ihre Zukunftsträume gesprochen.
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Antonia Wünschmann: Wie sind die ersten zwei Monate seit deiner Eröffnung angelaufen?
Justine Böttger: Ich hatte gehofft, dass es gut wird. Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es so gut angenommen wird. Ich bin total zufrieden. Es kommen wirklich viele Kunden in meinen Laden.

Wie sieht deine Zielgruppe aus?
Grundsätzlich möchte ich alle ansprechen. Kinder wie auch ältere Menschen. Ich versuche eine Mischung zu machen. Natürlich habe ich Sachen, die vom Preis her intensiver sind, weil sie eben besondere Inhaltsstoffe haben oder aus einer kleinen Manufaktur kommen. Ich habe aber auch günstigere Produkte, weil ich will, dass für jeden etwas da ist.

Du legst sehr viel Wert auf den persönlichen Kontakt, eine gemütliche Atmosphäre und Entschleunigung hier im Laden. Wie kommst du zu diesem Ladenkonzept?
Mir ist wichtig, dass Einkaufen gehen und Lebensmittel kaufen etwas Schönes ist. Das hält uns am Leben. Deswegen liegt es mir am Herzen so etwas anzubieten. Meine Urgroßmütter, das waren Kamilla und Martha. Die waren Kinder von einem Kolonialwarenladenhändler. Als ich im vergangenen Jahr nach Läden in der Stadt gesucht habe, da habe ich mich nochmal mit meiner Familiengeschichte auseinandergesetzt. Da habe ich ganz viele Unterlagen von meiner Großmutter gefunden. Dann fand ich das so interessant, weil ich gespürt habe, das ist genau das, was ich machen möchte. Daher kam der Namen “Kamilla & Martha”. Ich habe die beiden selbst nie kennengelernt, aber natürlich steckt das alles in mir. Meine Eltern erzählten mir zum Beispiel, wie sie früher unterm Birnbaum saßen und ihren Schnaps tranken. Dazu hatten sie selbstgebackenen Kuchen und selbstangebautes Gemüse. Sie haben nichts weggeschmissen und aus allem etwas gemacht.

Besonders ins Auge fällt auch deine Spielecke für die Kinder. Warum ist dir das so wichtig?
Wir haben auch Kinder und mit Kindern denkt man sich oftmals, wenn man noch einkaufen muss, nach der Arbeit: “Was mach ich jetzt mit meinen Kindern? Wo bring ich die hin? Dann sind da überall die vielen bunten Sachen und dann nehmen die was raus und dann benehmen die sich vielleicht noch daneben.” Deswegen hier unsere Kinderecke mit einem Kaufmannsladen. Die Kinder kommen hier rein und können selbst das Verkaufen von Lebensmitteln spielen. Das wird auch sehr gut angenommen. Mir ist das wichtig mit der Kinderecke, damit die Kinder gleich lernen können, wie das Einkaufen sein kann. Wenn wir alles nur noch online bestellen, dann wissen Kinder ja gar nicht mehr wo das alles her kommt. Neben dem Kaufmannsladen gibt es auch noch zwei Wände, die mit Kreide bemalt werden können.

Gibt es besonders beliebte Produkte aus deinem Sortiment?
Obst und Gemüse ist sehr beliebt. Zum Beispiel hatte ich sizilianische Orangen, die waren ganz schnell weg. Viele Kunden sagen, so frisch wie hier, finden sie Obst und Gemüse kaum. Ich hole mir viel von Demeter. Dann die ganzen Brotaufstriche, die ich habe, die sind ratz fatz weg. Mein Brot ist auch sehr beliebt. Ich backe zum Teil selbst und zum Teil beziehe ich meine Backwaren von Märkisches Landbrot. Mein Laden ist auch eine gute Anlaufstelle für Veganer, die passende Produkte suchen.

Was bietest du neben deinem Einkaufssortiment noch an?
Ich biete Heißgetränke zum Mitnehmen an. Das ist heiße Schokolade mit richtiger frischer Vollmilch oder Hafergetränk. Dann Espresso und verschiedene Kaffeegetränke oder Tee.

Hast du Ideen und Wünsche für die Zukunft?
Ich wünsche mir für die Zukunft, dass ich mal frisch gepressten Orangensaft anbieten kann. Ich möchte auch gerne eine heiße Suppe anbieten, die ich aus dem Gemüse hier im Laden herstelle, dazu frisches Brot. Später will ich auch frisches Bio-Eis anbieten. Aber das wird alles noch dauern. Ich muss erstmal richtig hier ankommen und organisch wachsen. Es fragen wirklich viele nach, die hier reinkommen. Ich hab das alles im Hinterkopf. Aber ich brauche Geduld. In der Ruhe liegt die Kraft.

Bilder

Inhaberin Justine Böttger
Angebot für Kinder
Obst und Gemüse
Wurst, Käse und Backwaren
Eingangsschild
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