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Harte Arbeit und präzise Vorbereitung: Das Brandenburger Theater will pünktlich zu Ostern wieder starten

Theater
  • Erstellt: 12.03.2021 / 14:01 Uhr von Helga Stöhr-Strauch
Ein bisschen erinnert die derzeitige Diskussion um Theateröffnungen an die Geschichte von Hase und Igel: Wer hat wie gut vorgearbeitet und wer kann wann und mit was als Erster den Vorhang wieder lüften? Das Brandenburger Theater - so zeigte die Pressekonferenz mit Orchesterdirektor Christoph Kulb und dem Künstlerischen Leiter Frank Martin Widmaier am Donnerstag - hat hier wohl nicht nur einen ziemlich guten Riecher, sondern die Nase auch weit vorn. Denn zum selben Zeitpunkt, an dem Berliner Bühnen mit Öffnungsabsichten an die Presse gingen, lud auch das Theater zum Pressegespräch und ...

... präsentierte neben einem Corona-konformen Öffnungsplan, bei dem neben dem bewährten Hygienekonzept Auslastungszahlen, Reservierungsmodalitäten und Corona-Schnelltests eine Rolle spielen sollen, auch eine beachtliche Bilanz des vergangenen Lockdown-Jahres und einen Aprilspielplan, der sich sehen lassen kann.

So haben annähernd 18.000 Besucher das Brandenburger Theater live erlebt; mit einem Theatermarathon im Herbst wurden neue Zuschauergruppen erreicht und mit dem Stadtsender SKB wurde eines der ersten Theater-Online-Angebote im Land Brandenburg realisiert. Die Brandenburger Symphoniker spielten gleich zwei CDs ein und konnten mit 13 Konzerten vor Publikum spielen. Mit der Reihe „Sommerkonzerte an der Havel“ hat der designierte Chefdirigent Olivier Tardy eine neue Konzertreihe gegründet, die demnächst an neuen Konzert-Orten in der Stadt stattfinden soll.

Der Aprilplan selbst gleicht einem kunterbunten Osternest: Den Auftakt macht am Gründonnerstag der Bühnenmonolog „Judas“ von Lot Vekemans mit Urban Luig in der Titelrolle. Es folgt das Streichquartett Amarone, das sich aus Mitgliedern der Brandenburger Symphoniker zusammensetzt und am Karsamstag Passionsmusiken von Christophe Looten und Joseph Haydn präsentiert. Am selben Tag steht die musikalische Komödie „Pimpinone“ von Georg Philipp Telemann auf dem Programm. Das Stück, das als Eigenproduktion des bt im vergangenen Herbst produziert wurde, war anders als das Singspiel „Bastien und Bastienne“ von Wolfgang Amadeus Mozart bisher nur als Lifestream zu erleben. Letzteres wird am Ostersonntag ebenfalls im Großen Haus zu sehen sein.

Es folgen Puppentheater, ein Live-Workshop zum Jugendtheater-Projekt „Verletzte Jugend“ sowie Gastspiele vom Hans-Otto-Theater und eine Lesung aus der Reihe „Märkische Leselust“. Mit großer Spannung wird auch das 7. Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker erwartet, das am 23. und 24. April unter der Leitung von Michael Balke gegeben wird und mit dem Titel „Freundschaft“ versehen Werke von Vaughan Williams, Sergej Prokofjew und Robert Schumann aufführt. Zu Gast ist hier die armenische Pianistin Marianna Shirinyan. Mit einem besonderen Schlussakkord endet dann der Monat, wenn am 30. April die kanadische Komödie „Bärenfalle“ von Rébecca Déraspe als Deutschsprachige Erstaufführung aufgeführt wird.

Im Hinblick auf den Rest der Spielzeit verwies Widmaier darauf, dass jede Planung natürlich vom Fortgang der Pandemie abhänge, man aber inzwischen immerhin in der glücklichen Lage sei, auf ein Repertoire an Eigenproduktionen zurückzugreifen. Weiterhin wurden der Kultursommer und die Wassermusiken als feste Größen genannt. Des Weiteren sei ein Geflüchtetenprojekt angedacht, in dem es weniger um Erfahrungsberichte denn um kulturelle Identität und den ganz gewöhnlichen Alltagsrassismus gehe. Außerdem stehe das Rockmusical „Jesus Christ Superstar“ auf der Agenda, das eventuell sogar als Freilichtproduktion realisiert werden könne.

Auch die Personalie Olivier Tardy wurde thematisiert. Orchesterdirektor Kulb versicherte, das bt gehe fest davon aus, dass der designierte Chefdirigent seinen Posten, wie vereinbart, 2022/23 antreten werde. Und auf die „Führungslosigkeit“ des Orchesters angesprochen, verwiesen Kulb und Widmaier unisono auf die zahlreichen Gastdirigate, die dem Orchester ganz sicher auch Chancen zur Weiterentwicklung böten. Zum Thema Neustrukturierung des Hauses unter Zuhilfenahme der Beratergesellschaft Metrum gibt es indes noch keine neuen Erkenntnisse und auch die häufig thematisierte „schlechte Stimmung am Haus“ sei angesichts der Tatsache, dass sich „hochindividuelle Charaktere innerhalb eines künstlerischen Schaffensprozesses am Theater gelegentliche Friktionen bescheren“, so Widmaier, eigentlich nichts Besonderes. Wo gehobelt wird, fielen eben auch Späne.

Weitere Informationen zum Spielplan unter:
[https://brandenburgertheater.de]

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