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Beratungsfirma empfiehlt Theater-Doppelspitze / Angebot soll ausgeweitet werden

Theater
  • Erstellt: 11.05.2021 / 12:59 Uhr von cg1
Wie soll sich das Brandenburger Theater im künstlerischen Bereich künftig aufstellen, welche Probleme gilt es zu lösen und wie geht man sie an? Die Münchner Firma Metrum hat das Brandenburger Theater und die Stadtverwaltung dahingehend beraten und zwischen den Partnern im Haus moderiert. Scheller hatte die Vermittlung damals angeregt. Er sagt treffend: „Es wurde viel geredet und das nicht nur mit- sondern auch übereinander.“ Birgit Patz aus dem Aufsichtsrat betonte, dass der Blick von außerhalb wichtige Impulse liefere. Den Prozess bewertet sie aktuell als "sehr vertrauensvoll". Peter Gartiser von Metrum erläuterte, wie man seit Februar vorgegangen sei. Es habe...

... Gespräche mit sehr vielen Vertretern des Theaters sowie dem Aufsichtsrat gegeben. Schnell stieß man dann auf eine mögliche Ursache: "Es gibt keine klare strategische Ausrichtung des Theaters, war eine erste Vermutung, die sich dann bestätigt hat", so Gartiser. Und weiter: "In einem Kunstbetrieb gibt es gewachsene Strukturen, die dann zur Regel werden. Beides trug dazu bei, dass es große Probleme im Betriebsklima gab."

Wenn man diese nicht so tolle Stimmung verbessern wolle, müsse man als zunächst die Strategie klären. "Gemeinsam und miteinander", wie Gartiser betont. An die Strategie muss dann die Struktur des Hauses angepasst werden. Tenor: Wenn jeder weiß was zu tun ist, läuft es besser.

Vier Workshops wurden in diesem Zusammenhang durchgeführt:
1. Was ist unser Auftrag, was könnte unser künftiger Auftrag sein?
2. Wieviel von was? Müssen Schwerpunkte im Angebot geschaffen werden?
3. Wie könnte eine künftige Struktur aussehen, so dass sie für alle eine zufriedenstellende Atmosphäre bietet?
4. Wie sollen die vorhandenen Ressourcen verteilt werden?

Die Teilnahme sei "sehr konstruktiv" gewesen, lobt Peter Gartiser. Vier Empfehlungen leitet man daraus ab:

1. Wir müssen den Auftrag des BT neu fassen und neu verstehen. Fünf Schlaglichter:
- Die Kulturversorgung soll primär in der Stadt aber auch sekundär in der Region erfolgen .
- Schwerpunkt Orchestermusik, aber dennoch ein breites Angebot in Kinder- und Jugendtheater, Schauspiel und Co.
- Künstlerische Weiterentwicklung der Brandenburger Symphoniker
- Eine Angebotsgestaltung, die eine Teilhabe möglichst vieler gesellschaftlicher Schichten ermöglicht. Unabhängig von Wohlstand, Bildung und Co.
- Das BT soll ein Treffpunkt der Stadtgesellschaft sein.

2. Angebotsanpassung
Der gesamte Angebotsumfang soll "leicht erhöht" werden. U.a. im Bereich Orchester, wohingegen im Bereich "Sonstiges" (Konzerte, Lesungen und Co.) auch weniger Angebot denkbar sei. Das könnten externe Kooperationen besser leisten. Im Bereich Musiktheater soll in zwei Kategorien gedacht werden. Aufwändige Stücke sollten "überwiegend" aus Cottbus eingekauft werden. Eigene Produktionen sollten im "kleinen und mittleren" Bereich erfolgen. Das klassische Regietheater soll "leicht erhöht" werden. Experimentelle Formate, Bürgerbühne und Diskussionsveranstaltungen könnten ausgebaut werden.

3. Doppelspitze gefordert!
Das Brandenburger Theater sollte eine Doppelspitze bekommen, fordern die Metrum-Berater. Eine künstlerisch verantwortliche Intendanz und eine kaufmännische Geschäftsführung. Diese sollten "auf Augenhöhe" das Haus leiten. Das "künstlerische Führungsvakuum sollte geheilt werden." Spartendenken sei nicht zielführend, so Gartiser.

Zudem spiele der Chefdirigent eine wichtige Rolle, er soll das Orchester künstlerisch weiterentwickeln und Verantwortung für eigene Programme übernehmen.

"Wir glauben, dass in dieser Doppelspitze die künstlerische Produktion adäquat abgebildet ist und die kaufmännischen und künstlerischen Punkte auf Augenhöhe verhandelt werden müssen", so Gartiser.
Ein Vorteil der dieser Struktur laut Metrum: Die künstlerische Verantwortung und die Erfolgsverantwortung ist damit klar abgegrenzt. Gartiser schätzt, dass der Auswahlprozess für die Intendanz rund 3 bis 6 Monate dauern könnte.

4. Budgetverantwortung
Die Intendanz sollte das gesamte Programmbudget verantworten.
Sonderbudgets sollte es nicht geben.

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